BAIP Tag

Newsletter der BAIP – der Beratungsstelle für BIPV (April 2020)

Liebe Mitglieder der Allianz BIPV,
liebe BIPV-Interessierte,

auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Krise sind die Themen rund um die Integration von Photovoltaik in Bauwerke aktuell und wichtig. Die vielen Planungen für zukünftige Gebäude und für anstehende Sanierungsvorhaben laufen an den meisten Stellen auch jetzt weiter.

Natürlich sind auch wir vom BAIP weiterhin aktiv, sind per Telefon und Internet erreichbar und beraten beispielsweise aus dem Homeoffice. Seit kurzem finden Sie uns auch auf Twitter @BAIP_HZB.

Seit unserem ersten Newsletter im Oktober 2019 konnten wir viele weitere Projekte beraten, Fortbildungen entwickeln und auf anderen Wegen den Wissenstransfer zu BIPV fördern. Ein paar Highlights möchten wir Ihnen im Folgenden gerne vorstellen.

Seit September 2019 beschäftigten wir uns mit einer Vielzahl unterschiedlicher Beratungsanfragen, die von der Sanierung und dem Neubau von Schulen, Ein- und Mehrfamilienhäusern, Kirchengebäuden, einem Ärztehaus bis hin zu großen Forschungsbauprojekten reichen. Die Anfragen reichen schon jetzt weit über die Grenzen von Berlin und Brandenburg hinaus. So erhalten wir Anfragen u.a. auch aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und aus Österreich. Inwieweit die Beratungen am Ende zu einem konkreten Einsatz von Photovoltaik an den einzelnen Gebäuden führen wird, kann aktuell noch nicht beurteilt werden. Dies bedarf eines steten Monitorings in den nächsten Monaten und Jahren.

Bereits im Rahmen der ersten Beratungsgespräche konnte das Thema Brandschutz bei fassadenintegrierter PV als ein Schlüsselthema für die erfolgreiche Umsetzung von aktivierten Gebäudefassaden identifiziert werden. Hierzu gab es erste Dialogtreffen mit Brandschutz­sach­verständigen und Vertretern der Allianz BIPV, des Bundesverband Solarwirtschaft und Fraunhofer ISE.

Den zweiten Schwerpunkt unserer Aktivitäten, die Weiterbildung von Architek:innen und Planer:innen hatten wir im September mit der Veranstaltung „Architektur und Photovoltaik: Schöne und das Biest?“ begonnen. Eine Zusammenfassung dazu finden Sie unter: https://hzbblog.de/bauwerkintegrierte-photovoltaik. Mittlerweile wurden auch eine konkrete Fortbildungsveranstaltung für Architekt:innen in Berlin durchgeführt und verschiedene Vorträge gehalten.

Um den Beratungskunden unser Angebot möglichst klar und transparent zu machen und darüber zu informieren, auf welcher Grundlage wir unsere Beratung durchführen, haben wir auf unserer Webseite einen Leitkodex veröffentlicht.

Mit drei Länderarchitektenkammern haben wir zudem für das laufende Jahr Fortbildungsveranstaltungen konzipiert und geplant. Durch die derzeitige Corona-Pandemie-Lage musste die erste Veranstaltung in Berlin jedoch leider abgesagt werden. Die Durchführung der nächsten geplanten Veranstaltungen ist derzeit noch unklar, wobei wir aktuell mit unseren Partnern u.a. ihre Umsetzung als Webinare prüfen.

Eine ähnliche Situation ergab sich leider bei der Planung und Umsetzung eines Seminarblockes auf den Berliner Energietagen zum Thema „Integrierte PV“, an dem wir federführend und in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund für erneuerbare Energien (FVEE) und dem Fraunhofer ISE beteiligt waren.

Zusammen mit dem SolarZentrum Berlin haben wir begonnen, eine aktive Rolle in dem Berliner Masterplan Solarcity einzunehmen, u.a. mit einem Vortrag im Expertenkreis und Teilnahme bei den Energietagen. In diesem Zusammenhang und aufgrund der Beschlüsse zur Anerkennung der Klimanotlage stehen wir derzeit auch in engem Kontakt mit der Liegenschaftsabteilung der Senatskanzlei des Landes Berlin.

Durch eine Publikation in der internationalen Ausgabe des „pv magazine“(12/2019) konnten wir das Thema bauwerkintegrierte Photovoltaik und insbesondere das Konzept unserer Beratungsstelle BAIP auch einem breiten internationalen Publikum vorstellen und in den Zielgruppen bekannter machen.

In den bisher durchgeführten Beratungen erscheinen wiederkehrend zwei Schlüsselelemente, die als Hürden für die Umsetzung von integrierter PV in Gebäuden wahrgenommen werden. Die erste Hürde gilt für Photovoltaik allgemein und betrifft die Verwendung des erzeugten Stroms, wie z.B. Netzeinspeisung, Mieterstrommodelle, steuerliche Nachteile. Das zweite Schlüsselelement betrifft das Baumaterial in der Gebäudehülle und die Anforderungen an den Brandschutz, da viele Fassaden-PV-Module nicht für die allerhöchsten Brandschutzklassen ausgelegt sind. Zu beiden Themen suchen wir dem Austausch mit Partnern und Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, um die Hürden erheblich abzusenken.

Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen uns, dass wir mit unseren Aktivitäten auf großes Interesse bei unseren Zielgruppen stoßen und wir sind optimistisch mit unseren Aktivitäten eine breitere Akzeptanz für bauwerkintegrierte PV zu erreichen.

Viele Grüße
Ihr BAIP-Team

Die BAIP ist ein Projekt des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie und wird von der Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen des Impuls- und Vernetzungsfonds (WT-0107) gefördert.

Fortbildungsveranstaltung der Architektenkammer Niedersachsen zu BIPV durchgeführt vom BAIP

Samira Aden und Thorsten Kühn vom BAIP, der Beratungsstelle für BIPV am Helmholtz-Zentrum Berlin, sind die Referenten einer Fortbildungsveranstaltung der AK Niedersachsen

Bauwerkintegrierte Photovoltaik : Architektur – Gestaltung und Ausführung
18. Mai 2020, in Hannover

Die Integration von Photovoltaik (PV) in die Gebäudehülle bildet einen zentralen Baustein für die zukünftige klimafreundliche Energieversorgung der Gesellschaft. Zur Erschließung des großen Potenzials für die PV im Gebäudebereich kommt der bauwerkintegrierten Photovoltaik (BIPV) eine besondere Rolle zu. BIPV zeichnet sich dadurch aus, dass Photovoltaikelemente integraler Bestandteil der Gebäudehülle sind und zu multifunktionalen Bauelementen werden. Diese unterscheiden sich in vielen Punkten von klassischen Aufdach-Solaranlagen, da unter anderem sowohl ästhetische als auch energetische Qualität erzielt werden will.

Im Seminar werden Praxisbeispiele und Ausführungsdetails erläutert und alle wichtigen Aspekte zum aktuellen Stand der bauwerkintegrierten Photovoltaik vermittelt. Dies beinhaltet auch einen Einblick in die Photovoltaikforschung, beschreibt deren Herausforderungen, zeigt Lösungsansätze und gibt Ausblick auf Zukünftiges.

Näheres zum Inhalt des Seminars, zum Veranstaltungsort und zur Anmeldung gibt es hier.

Die Veranstaltung wird für die Eintragung bzw. Verlängerung der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (bei der dena) mit 4 Unterrichtseinheiten Wohngebäude, 4 Unterrichtseinheiten Energieberatung im Mittelstand, 4 Unterrichtseinheiten Nichtwohngebäude angerechnet.