“Gebäude als Kraftwerk und Stromtankstelle” Tag

Plusenergie-Mehrfamilienhaus in Stuttgart-Möhringen mit weltweit erstmaliger Verwendung von OPV in den Balkon-Glasbrüstungen

Das geplante Mehrfamilienhaus erreicht im Effizienzhaus Plus Standard einen bilanziellen Jahresüberschuss von etwa 16.500 kWh.
Das Ziel AktivPlus wird mit folgenden Komponenten erreicht:

Thermische Gebäudehülle im KfW 55 – Standard, 70 kWp kristalline PV auf dem Flachdach, 10 kWp OPV-Elemente in den Glas-Balkonbrüstungen,
Batteriespeicher mit 275 kWh Strom, Nutzung von Umweltwärme mit 55 lfm Abwasserwärmetauscher, Frischwasserstationen zur Trinkwasser-Erwärmung.

Balkonkraftwerke – weltweit erstmalige Nutzung von Organischer Photovoltaik in den Glas-Balkonbrüstungen.

Von den Architekten selbst entworfene Glasbrüstungselemente mit innenliegenden OPV-Folien können ihren Strom direkt in die dahinter liegenden Wohnungen abgeben.
Die geringen Strommengen genügen, um Bedarfe für Elektrogeräte im Stand-By Modus und weitere Kleingeräte mit Energie zu versorgen.

Vollständige Integration von Elektromobilität. Jeder der 22 Wohnungen erhält in der Tiefgarage eine eigene 11-kW-Elektroladestation. Um die Versorgung der E-Fahrzeuge netzdienlich zu ermöglichen, wird der von der PV-Anlage auf dem Dach und den OPV-Elementen in den Balkonbrüstungen regenerativ erzeugte Strom in einer sehr großen Batterie zwischengespeichert und bei Bedarf verbraucht. Da durch diese Technik keine wesentlichen Verstärkungen des vorgelagerten Stromnetzes notwendig werden, entfällt ein großes Hindernis beim Aufbau einer zukunftsorientierten Ladeinfrastruktur

Das Bauvorhaben wird vom BMWi im Rahmen des Förderprogramms ” Energieeffiziente Gebäude 2050 – Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050″ gefördert. Baubeginn im November 2018.

Vernetztes AktivPlus-Quartier Bad Kreuznach

Das Solarquartier Bad Kreuznach stellt mit seinen 28 stromproduzierenden Gebäuden eine Energieinsel in einem Neubaugebiet mit etwa 300 Bauplätzen dar. Die AktivPlus-Gebäude produzieren mit Ihren Photovoltaikanlagen im Jahr rund 152.000 kWh mehr an regenerativem Strom, als die Gebäude und ihre Bewohner verbrauchen.

Es gibt als Energiequelle kein Gas und keine anderen fossilen Brennstoffe. Strom ist der alleinige Energieträger des AktivPlus-Quartiers. Somit entstehen lokalen keine Co2-Emissionen und mit den Überschüssen können 42 weitere Haushalte mit Energie versorgt werden oder auch rund 750.000 km mit Elektrofahrzeugen gefahren werden. Die Stromüberschüsse werden in einer zentralen Quartiersbatterie mit 1 MWh Kapazität zwischengespeichert und können als Quartiersstrom in der Gemeinschaft genutzt werden.

Das Projekt wurde beim den diesjährigen GreenTec Awards 2018 mit dem 2.Preis in seiner Kategorie prämiert. Der GreenTecAward gilt als der international bedeutendste Umweltpreis und hatte in diesem Jahr 400 eingereichte Beiträge aus 137 Nationen.

Das Projekt folgt unserem Credo „Building as a powerplant and filling station“. Mit dem Stromüberschuss wird eine E-Mobil Carsharing Flotte und ein öffentlicher Supercharger mit einem 350 kW-Lader und zwei 150 kW-Ladern betrieben.

Unser wichtigstes Ziel, dem sich alles andere unterzuordnen hat, heißt CO2-Performance. AktivPlus bedeutet für uns als Zielvorgabe negative CO2-Gebäudebilanzen. Sie sind das Gebot der Stunde. Für die Gebäude im Solarquartier Bad Kreuznach garantiert der Hersteller vertraglich eine negative Co2 Bilanz für eine 60-jährige Nutzungsdauer.
Für die Holzspansteinwände, den Dachstuhl und sonstige Holzwerkstoffe werden pro Haus (bei 145 m2 Wohnfläche) rund 19 m3 Holz verbaut. Jeder davon bindet 1 Tonne CO2. Macht 19 Tonnen Kohlendioxid-Einsparung pro Haus für die Eröffnungsbilanz. Insgesamt werden im Quartier pro Jahr etwa 328.000 kWh Solarstrom regenerativ erzeugt. Dies führt zu vermiedenen CO2-Äqivalentemissionen von rund 152 Tonnen pro Jahr.

Die serielle Vorfertigung der Bauelemente im Werk bietet nicht nur bessere Qualität im Vergleich zur konventionellen Bauweise, sondern schont durch die reduzierten Anfahrten zur Baustelle auch wertvolle fossile Ressourcen (Benzin und Diesel) und trägt so zur Verminderung der grauen Energie während des Herstellungsprozesses der Gebäude bei. Die Gebäudehülle entspricht dem deutschen KfW 55-Standard, was einen Verbrauch von ca. 35 kWh/m2a bedeutet.

Das Projekt wurde bei den GreenTecAward 2018 mit 400 Beiträgen aus 137 Ländern mit dem 2.Preis in seiner Kategorie prämiert.